Diese Website wird zum 29.10.2018 geschlossen.

Die Bremische Hafenvertretung e.V. (BHV) ist künftig Ansprechpartner für die folgenden Veranstaltungen/Projekte:

  • Logistik-Jobmesse „Welt der Logistik“ (die diesjährige Messe findet am 20.9.2018 statt)
  • Fachforum Projektlogistik
  • „HanseLounge“ / Deutscher Logistik-Kongress

Bitte wenden Sie sich bei entsprechenden Rückfragen an die BHV
(email: office@bhv-bremen.de, Website: www.bhv-bremen.de)

Kreativ arbeiten und forschen

Jacobs University Bremen
08. April 2016 - in Wissenswert

Seit 2013 ist Julia Bendul Professor of Network Optimization in Production and Logistics Mathematics & Logistics an der Bremer Jacobs University. Die private Universität zählt rund 1.000 Studentinnen und Studenten aus etwa 100 unterschiedlichen Nationen, die von 100 Professorinnen und Professoren betreut und gelehrt werden. Sie studierte von 2002 bis 2007 an der Universität Bremen und zwischenzeitig auch in Tokio. Anschließend promovierte sie als Wirtschaftsingenieurin an der Universität in St. Gallen. Für VIA BREMEN schildert Professorin Julia Bendul ihren Werdegang und ihr heutiges wissenschaftliches Engagement an der Jacobs University.

Dieser Beitrag enthält folgende Tags

#Innovationen #Wissenschaft #Menschen in der Logistik

Logistik ist eine faszinierende Welt

„Zur Logistik gekommen bin ich eigentlich schon durch verschiedene Studien-Jobs, zum Beispiel auch für die Bundesvereinigung Logistik hier in Bremen. Es ist schon eine faszinierende Welt und viel komplexer, als ich das anfangs je gedacht habe. Mein Arbeitsschwerpunkt nach der Promotion waren Produktionsplanung und Produktionssteuerung. Auch das ist ja eine Form der Logistik. Das habe ich mehrere Jahre bei Porsche und für Porsche in anderen Unternehmen gemacht. 

Bremen gefällt mir sehr gut

Als es dann ein Angebot von der Jacobs University gab, habe ich mich dort sofort beworben. Das hatte für mich zwei Gründe. Erstens wollte ich unbedingt wieder forschen und zweitens zog es mich in meine alte Heimat zurück. Ich wohne jetzt im Viertel und Bremen gefällt mir sehr gut. Ich mag auch die Mentalität der Menschen hier – zum Beispiel die Gelassenheit. Wenn man einem Promi wie Pizarro auf der Straße oder in einem Restaurant begegnet, wird der nicht mit großem Hallo von Fans verfolgt, sondern einfach freundlich gegrüßt. Und genauso freundlich kommt es immer von ihm zurück. Niemand heftet sich an seine Fersen, um unbedingt rauszukriegen, was er in seiner Freizeit oder mit seiner Familie macht. Das ist eben Bremen.

Ich wollte und will kreativ arbeiten

Ich hatte immer einen Faible für die Naturwissenschaften. Ich wollte und will kreativ arbeiten, Neues entdecken und entwickeln. Das war in St. Gallen in jeder Form gut möglich. Deshalb habe ich dort in der Schweiz promoviert. Und die Freiheit, dies zu tun, ist auch an der Jacobs University in jeder Hinsicht gegeben. Ich bin sehr froh, als Junior-Professorin schon so früh anspruchsvolle Aufgaben übernehmen zu können. Das ist eine große Chance für jüngere Menschen, Verantwortung zu übernehmen und sich weiter zu entwickeln. 

In meiner heutigen Funktion genieße ich ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Arbeitsfreiheit, Diesen Freiraum brauche ich auch, um mich intensiv der Forschung und konkreten Forschungsprojekten im Auftrag der Wirtschaft zu widmen. Ich habe die volle Etatverantwortung für meinen Bereich, kann auch eigenständig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen, wenn die Kosten durch die entsprechenden Projekte gedeckt sind. Zurzeit habe ich acht wissenschaftliche Mitarbeiter. Sie alle sind Doktoranden. 

Meine Arbeit: eine tolle Mischung aus Theorie und Praxis

Immer geht es in diesen Projekten um Produktionsplanung und Produktionssteuerung. Dazu gehört auch die Softwareentwicklung. Hinzu kommen Studien zum Thema Risikomanagement. In diesem Aufgabenbereich gibt es teils beträchtliche Unterschiede. In hoch entwickelten Industrieländern sind die Anforderungen völlig anders als in Entwicklungsländern. Wenn wir die Produktion in Entwicklungs- und Schwellenländern optimieren wollen, müssen wir immer davon ausgehen, was in diesen Ländern technisch und organisatorisch überhaupt möglich ist. Die Praktikabilität muss klar im Vordergrund stehen. Ein Projekt ist zum Beispiel die Wasseraufbereitung in Afrika. Wir müssen vereinfachte Produktionsmethoden entwickeln und die Prozesse so gestalten, dass sie nachhaltig sind und später ohne fremde Unterstützung fortgeführt werden können. Es gibt aber auch Projekte für Logistikunternehmen in Bremen. Meine Arbeit ist eine tolle Mischung aus Theorie und Praxis. 

Sport in der Freizeit

In meiner Freizeit kümmere ich mich um mein Pferd Belinio, ein siebenjähriger Oldenburger mit Dressurbegabung. Den trainiere ich ziemlich regelmäßig auf dem Dressurviereck und er macht schöne Fortschritte. Sport steht in meiner Freizeit überhaupt an oberster Stelle. Mein Studium habe ich mir seinerzeit teilweise mit Aerobic-Kursen finanziert. Ich jogge auch gerne an der frischen Luft. Und besonders gefällt mir die noch relativ neue Kletterhalle auf dem Gelände der Universität Bremen.“ 

Diese Seite teilen

Lesen Sie auch...
Den Wandel bewältigen – der Standortfaktor der Zukunft

Den Wandel bewältigen – der Standortfaktor der Zukunft

In den aktuellen Diskussionen findet sich immer wieder das Wort „Disruption“. Dabei sind hauptsächlich technologische Anwendungen wie das Smartphone oder Geschäftsmodelle wie Sharing-Plattformen gemeint. Hintergrund sind Innovationen, die etablierte Verfahren, Methoden, Prozessgestaltungen, Organisationen etc. in ihren Wurzeln erschüttern bzw. die eine ernste Gefahr für deren Fortbestand sind. Beispiele sind mp3 für die Musikindustrie oder die Digitalfotografie für die Fotolabore.

Weiterlesen
Welt der Logistik 2016

Welt der Logistik 2016

„Keine andere Branche bietet diese Vielfältigkeit und entwickelt sich derart rasant weiter wie die Logistik“ beschreibt Udo Klöpping, Personalleiter bei der BLG Logistics Group, auf der „Welt der Logistik“ seine Traumbranche. In ihrer fünften Auflage hat die Jobmesse einmal mehr bewiesen: Logistik ist hip und up-to-date! Und das nicht nur dank des Bremer Rappers Alex Hartung, der das BLG-Forum wieder ordentlich einheizte. Mehr als 3.000 Logistik-Interessierte und potentielle Nachwuchs-Logistiker zog es am 22. September 2016 in die Bremer Überseestadt, wo die Standortmarke der Hafen- und Logistikwirtschaft, VIA BREMEN, rund 40 Aussteller versammelt hatte.

Weiterlesen
Schneller Wandel und hohe Dynamik prägen die Logistik

Schneller Wandel und hohe Dynamik prägen die Logistik

Jörg Colberg (Jahrgang 1954) arbeitet heute als Geschäftsführer des Bremerhavener Containerterminals MSC Gate, einem Gemeinschaftsunternehmen von EUROGATE und der Reederei Mediterranean Shipping Company (MSC), einer der größten Containerreedereien der Welt. Über mehrere Ausbildungen, Studiengänge und reichlich Erfahrungen auf See und in der Logistik in Bremen und Bremerhaven wurde er 2011 schließlich zum Geschäftsführer von MSC Gate berufen. Für VIA BREMEN berichtet er über seinen erfolgreichen Werdegang und sein heutiges Leben.

Weiterlesen