Digitalisierung im Seehafen für Industrie 4.0

Quelle: Sabine Nollmann
05. Januar 2016 - in Wissenswert

Bremen gehört zu den weltweit renommiertesten Hafen- und Logistikstandorten. Jüngstes Beispiel für die enge Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft ist das Projekt ProDiS (Prozessinnovation durch digitale Dienstleistungen für den Seehafen der Zukunft). Sechs Partner unter Leitung des BIBA (Bremer Institut für Produktion und Logistik an der Universität Bremen) arbeiten an dem Projekt.

Dieser Beitrag enthält folgende Tags

#BIBA #Industrie 4.0 #Innovationen #ISL #Wissenschaft

ProDiS befasst sich mit der Optimierung von Dienstleistungsprozessen im Hafen. Es wird bei einem Gesamtvolumen von 2,4 Millionen Euro mit 1,9 Millionen Euro vom Bundesforschungsministerium gefördert. Wissenschaftlicher Partner des Projekts ist das Bremer ISL (Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik). Dazu kommen mehrere Unternehmen und Organisationen in Bremen und Bremerhaven.
Die Gestaltung komplexer logistischer Prozesse vor dem Hintergrund globaler Vernetzungen ist eine permanente Herausforderung für die Branche. Die Digitalisierung bietet dabei neue Möglichkeiten. Hier geht es vor allem um Informations- und Kommunikationstechnologien. ProDiS soll auch die Innovationskraft auch kleiner Unternehmen und Mittelständlern fördern.

BIBA-Leiter Prof. Dr.-Ing. Klaus-Dieter Thorben dazu: „Die Prozesse rund um den Güterumschlag in den Seehäfen bergen ein hohes Innovations- und Optimierungspotenzial, das durch neue digitale Dienstleistungen sowie deren intelligente Verknüpfung miteinander genutzt werden kann.“ So können zum Beispiel Kosten- und Terminabweichungen durch digitale Prozesse reduziert werden. ProDiS fokussiert sich auf den Umschlag standardisierter Ladungen wie Container oder Anlagen für die Offshore-Windindustrie.

Die durch die drahtlose Vernetzung von Güter, Ausrüstungen, Personal und anderem entstehenden Daten sollen in einer Cloud verarbeitet werden und als Basis für neue Dienstleistungen den Nutzern zur Verfügung stehen. Damit wird die unternehmensübergreifende Planung von Umschlagsprozessen in der Seehafenlogistik entscheidend verbessert. ProDiS entwickelt in den kommenden dreieinhalb Jahren ein Konzept für die Entwicklung und Integration modularer und skalierbarer digitaler Dienste. Ziel ist, die Hafen- und Logistikbranche den Industriestandards 4.0 anzupassen. Zudem wird eine spätere Übertragbarkeit auf weitere Branchen angestrebt.

Diese Seite teilen

Lesen Sie auch...
Digitalisierung in der Logistik - Veranstaltung am Tag der Logistik 2016

Digitalisierung in der Logistik - Veranstaltung am Tag der Logistik 2016

Neue Technologien wie Mobility, Cloud Computing, Data Analytics oder Social Media nehmen zunehmend Einfluss auf die Geschäftsmodelle von Logistikunternehmen. Die Unternehmen müssen schnell und flexibel auf die neuen Möglichkeiten der Digitalisierung reagieren, um auch in Zukunft ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.

Weiterlesen
Nachwuchspflege für Königsdisziplin „Projektlogistik“

Nachwuchspflege für Königsdisziplin „Projektlogistik“

Bremen, 19.11.2015 – Fachkräftemangel ist nach wie vor ein relevantes Thema in der Logistik – auch in der Projektlogistik, die sich mit dem Transport von schwerer und sperriger Ladung beschäftigt. Das erste von VIA BREMEN veranstaltete Studierendenforum, das am 18. November im BHV-Hafenclub stattfand, hat sich deshalb die Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft unter dem Aspekt der Projektlogistik zur Aufgabe gemacht.

Weiterlesen
Laaers BA810: Der Waggon für mehr SUV

Laaers BA810: Der Waggon für mehr SUV

Die Weltneuheit für den Transport von SUV ist eine gemeinsame Entwicklung der BLG und dem amerikanischen Waggonbauer Greenbrier. Hinter der Bauartbezeichnung „BA810“ steckt ein neuer Autotransportwaggon des Typs Laaers. Mit dieser Innovation können auch per Schienenverkehr im kleineren, internationalen Lichtraumprofil zwölf SUV doppelstöckig transportiert werden.

Weiterlesen